Kategorie: Sex

Safer sexting mit dem Smartphone [Anleitung]

So sehen private Texte aus

Safer sextig ist das Thema einer Kampagne mit dem schönen Namen „Safer Nudes“. Warum es nicht nur beim sexting eine gute Idee ist, Eure Privatsphäre zu schützen, lest Ihr hier: Wie bestellt 007 seinen Kaviar? Die Frage ist nicht „Warum“, sondern „Warum eigentlich nicht?“ Heute schauen wir uns an, wie Ihr E-Mails auf Eurem Android-Gerät verschlüsselt. Um Fotos etc. kümmern wir uns später.

Safer Nudes ist eine Kampagne für mehr Datensicherheit, im Kern lautet die Botschaft: sendet intime (oder einfach nur persönliche) Bilder, Texte oder Videos nur an Personen, denen Ihr vertraut und verschlüsselt diese Daten!

Die Verschlüsselung stellt sicher, dass Eure Daten nicht nur dann geschützt sind, wenn Euer Phone geklaut wird oder verloren geht. Sie zielt auch darauf ab, dass auf dem Weg der Nachricht durch das Netz niemand hineinschauen kann, bspw. Euer Provider oder fiese Hacker, die Euren Provider angreifen und die erbeuteten Daten veröffentlichen (aktuelle Beispiele gibt es genug)!

Denkt aber auch daran: Verschlüsselung schützt Euch nicht vor dem Missbrauch der Daten durch den legitimen Empfänger, siehe 1)!

Safer Nudes

Die Mini-Broschüre Sexy Guide To Digital Security von Safer Nudes zum Selberfalten. Wer es ausprobieren möchte, kann hier das PDF herunterladen. Der Informationsgehalt ist aber eher dünn.

Digitale Sicherheit macht Spaß

So weit der erste Eindruck, doch die Botschaft geht viel weiter: „Digital security can also be fun„. Und das ist genau der Punkt! Denn es macht auch Spaß, sich mit coolen Technologien zu beschäftigen und das gute Gefühl zu haben, (halbwegs) Herr seiner Sinne, Texte und Bilder zu sein.

Irgendwo habe ich in einem Interview gelesen, Safer Nudes würde das „sexting“ auch als Honigtopf im positiven Sinne sehen. Eine Überschrift „Verschlüsselung“ interessiert kaum jemanden. Mit dem Schlachtruf SEXTING sprechen die beiden für ihre Kurse in Computersicherheit plötzlich auch Menschen an, die sich ohne diesen subtilen :) Anreiz nie mit dem Thema Sicherheit und digitale Privatsphäre beschäftigt hätten. Ich kann das aus vielen privaten und beruflichen Gesprächen bestätigen, und genau deshalb lautet die Überschrift dieses Posts so, wie sie lautet!

Verschlüsselung ist nicht gleich Verschlüsselung

Doch nun zu unserem Thema: Safer sexting, und zwar völlig selbstbestimmt hardcore verschlüsselt.

Inzwischen bieten auch eine E-Mail-Provider Verschlüsselung an, was aber im Zweifel nur bedeutet, dass der Transportweg der Mail per SSL/TLS gesichert ist. Die Mail selbst liegt weiter im Klartext vor und kann bspw. vom Provider gelesen werden und von Hackern geklaut werden.

Zehn Sekunden Theorie

Zur Erinnerung: Damit Ihr verschlüsselt kommunizieren könnt (sei es nun per Mail, als SMS, in Chats oder sonstwie), braucht Ihr einen digitalen Schlüssel (auch Zertifikat genannt), der aus einem öffentlichen und einem privaten/geheimen Teil besteht. Mit dem privaten Schlüssel werden Daten entschlüsselt und/oder signiert, mit dem öffentlichen Schlüssel wird verschlüsselt und/oder werden Signaturen prüft.

Lasst Euch von der Zahl der Screenshots in dieser Anleitung nicht abschrecken. Sie ist sehr detailliert, damit niemand versehentlich falsch abbiegt und die Lust am Verschlüsseln verliert. Zugleich setzt sie nichts voraus, verzichtet dafür aber an einigen Stellen auf die Beschreibung von Optionen. Die könnte Ihr selbst ausprobieren, erst einmal legen wir das Fundament. Weiterlesen

Die Heile und die Geile [Seitensprung 1]

Die meisten Seitensprünge scheinen sich im Büro anzubahnen. Szene aus der Anwaltsserie Suits

Warum gehen wir fremd? Annett Louisan singt: „… man braucht beide Welten, die Heile und die Geile“. Schauen wir uns erst einmal die Statistik an, damit wir wissen, wovon wir reden.

Verschmust und gemütlich
das geht schon mal ne Weile
doch man braucht beide Welten
die Heile und die Geile

Eine feste Beziehung
ist ein sicherer kleiner Hafen
aber andere Menschen
wollen doch auch mal mit einem schlafen

Annett Luisan in „Herrenabend“

„Die Heile und die Geile“ – Fremdgehen von Männern und Frauen. Was sagt die Statistik …

Jeder deutsche Mann hat 3 Seitensprünge absolviert, 32% der Berliner sind schon mal fremdgegangen, aber nur 13% der Brandenburger (jeweils Männer UND Frauen) … sagen die Statistiken, und die wollen wir uns zunächst einmal etwas genauer anschauen.

… und was davon kann man glauben?

Was heißt schon „Seitensprung“?

Viele Statistiken haben Macken, die nichts mit Vorsatz („Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast!“) zu tun haben. Zunächst einmal fehlen in den Fußnoten oft genaue Angaben zur Fragestellung und zur persönlichen Einschätzung. Allein die genauere Betrachtung der Definition von „Seitensprung/Fremdgehen“ rückt das Bild vom omnipotenten abenteuerlustigen Neuzeitcasanova schnell wieder gerade. Dem Portal statista.de zufolge gilt für ca. 10 Prozent der Befragten nämlich schon der Blickkontakt mit anderen Männern oder Frauen als Fremdgehen.

Einer hier, einer da, valide Fallzahlen sind selten

Ein weiteres Problem ist die Fallzahl solcher Umfragen, dazu solltet Ihr unbedingt diesen Beitrag im Siegel lesen: „Was Umfragen wert sind: Wir würfeln uns eine „Studie“ (den Link findet Ihr unten im Text). Björn und Sören Christensen kommen darin zu dem Schluss, dass viele Statistiken schon deshalb für die Katz sind, weil ihre Fallzahlen (also die Zahl der befragten Personen, aber auch die Zufälligkeit deren Auswahl) nichts taugen. Viele Statistiken könnte man auch mit dem Würfel erstellen – ohne sie von „echten“ Befragungen unterscheiden zu können. Die Aussagen zum Fremdgeh-Verhalten nach Bundesländern stammen übrigens aus diesem Text.

Rachel und Mike in Suits

Ist Fremdgehen cool?

Und noch eine Sichtweise ist zu beachten: Offenbar gilt der Seitensprung vielen Menschen noch immer ein Zeichen positiver Männlichkeit. Männer, die fremdgehen, sind „echte Kerle“, während das Fremdgehen der Frau offenbar immer noch eher negativ gesehen wird. Wird nun eine entsprechende statistische Erhebung durchgeführt, könnten Männer wegen dieses vermeintlich positiven Images geneigt sein, ihre persönlichen Erfahrungen aufzublähen, um vor dem Interviewer oder Interviewerin besonders männlich zu erscheinen.

Ein ganz ähnliches Problem haben die Zeitungs- und Zeitschriftenverlage in den jährlich durchgeführten Erhebungen zur Zusammensetzung ihrer Leserschaft („Media-Analyse“). Dort wird in Haushalten abgefragt, welche Zeitungen und Zeitschriften gelesen werden. Die Ergebnisse passen oft nicht zur Einkommenssituation, weil viele Probanden bei der gestützten Abfrage (ihnen wird also eine Liste von Titeln vorgelegt) falsche Angaben machen, um den Interviewern zu gefallen. So kommen „Zeit“ und „FAZ“ und „Tagesspiegel“ oft zu angeblichen Lesern, die in Wirklichkeit nur die BILD lesen – das gegenüber den adrett gekleideten Damen und Herren im face-to-face-Interview  aber nicht zugeben wollen.

Links

Was Umfragen wert sind: Wir würfeln uns eine „Studie“. Von Björn Christensen und Sören Christensen. Link

Fazit

Halten wir also fest: ganz so wild, wie es die Statistiken darstellen, geht es offenbar doch nicht zu.

Im nächsten Teil des Beitrags geht es um Verhaltensregeln: „Wenn schon Seitensprung, dann richtig“. Wer nichts verpassen will, bestellt den Newsletter.

Statistik: In einer Partnerschaft: Was zählt da für Sie persönlich als Fremdgehen? | Statista
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