Alle Artikel vonJoe Eisenschlaeger

Kopf hoch, Samurai!

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Dass Smartphones uns nicht nur zum Guten verändern, ist hinlänglich bekannt. Man kann es jeden Tag auf der Straße, im Bus und in der Kneipe sehen: Die Menschen reden nicht mehr miteinander, sondern sie starren auf ihre Smartphones. Selbst die einst so stolzen und aufrechten japanischen Samurai hat es jetzt erwischt.

Ausgerechnet ein Mobilfunkanbieter (NTT Docomo) warnt uns vor den Gefahren exzessiven Smartphonegebrauchs. Das ist ein wenig, als würde uns Jack Daniels vor Alkohol oder Marlboro vor dem Rauchen warnen. Aber immerhin verstehen sie es, ihre Botschaft mit einem Schmunzeln und ohne erhobenen Zeigefinger zu verbreiten: Kopf hoch!

Was ist nur aus den stolzen Samurai geworden, die wir aus Filmen kennen? Stolz, finster blickend, stockesteif, Kommandos grunzend: Die sieben SamuraiYojimbo, der LeibwächterShogun oder (passt eigentlich nicht, ist trotzdem gut gemacht) Uma Thurman mit dem legendären Hattori Hanzo-Schwert in Kill Bill?!

Safer sexting mit dem Smartphone [Anleitung]

So sehen private Texte aus

Safer sextig ist das Thema einer Kampagne mit dem schönen Namen „Safer Nudes“. Warum es nicht nur beim sexting eine gute Idee ist, Eure Privatsphäre zu schützen, lest Ihr hier: Wie bestellt 007 seinen Kaviar? Die Frage ist nicht „Warum“, sondern „Warum eigentlich nicht?“ Heute schauen wir uns an, wie Ihr E-Mails auf Eurem Android-Gerät verschlüsselt. Um Fotos etc. kümmern wir uns später.

Safer Nudes ist eine Kampagne für mehr Datensicherheit, im Kern lautet die Botschaft: sendet intime (oder einfach nur persönliche) Bilder, Texte oder Videos nur an Personen, denen Ihr vertraut und verschlüsselt diese Daten!

Die Verschlüsselung stellt sicher, dass Eure Daten nicht nur dann geschützt sind, wenn Euer Phone geklaut wird oder verloren geht. Sie zielt auch darauf ab, dass auf dem Weg der Nachricht durch das Netz niemand hineinschauen kann, bspw. Euer Provider oder fiese Hacker, die Euren Provider angreifen und die erbeuteten Daten veröffentlichen (aktuelle Beispiele gibt es genug)!

Denkt aber auch daran: Verschlüsselung schützt Euch nicht vor dem Missbrauch der Daten durch den legitimen Empfänger, siehe 1)!

Safer Nudes

Die Mini-Broschüre Sexy Guide To Digital Security von Safer Nudes zum Selberfalten. Wer es ausprobieren möchte, kann hier das PDF herunterladen. Der Informationsgehalt ist aber eher dünn.

Digitale Sicherheit macht Spaß

So weit der erste Eindruck, doch die Botschaft geht viel weiter: „Digital security can also be fun„. Und das ist genau der Punkt! Denn es macht auch Spaß, sich mit coolen Technologien zu beschäftigen und das gute Gefühl zu haben, (halbwegs) Herr seiner Sinne, Texte und Bilder zu sein.

Irgendwo habe ich in einem Interview gelesen, Safer Nudes würde das „sexting“ auch als Honigtopf im positiven Sinne sehen. Eine Überschrift „Verschlüsselung“ interessiert kaum jemanden. Mit dem Schlachtruf SEXTING sprechen die beiden für ihre Kurse in Computersicherheit plötzlich auch Menschen an, die sich ohne diesen subtilen :) Anreiz nie mit dem Thema Sicherheit und digitale Privatsphäre beschäftigt hätten. Ich kann das aus vielen privaten und beruflichen Gesprächen bestätigen, und genau deshalb lautet die Überschrift dieses Posts so, wie sie lautet!

Verschlüsselung ist nicht gleich Verschlüsselung

Doch nun zu unserem Thema: Safer sexting, und zwar völlig selbstbestimmt hardcore verschlüsselt.

Inzwischen bieten auch eine E-Mail-Provider Verschlüsselung an, was aber im Zweifel nur bedeutet, dass der Transportweg der Mail per SSL/TLS gesichert ist. Die Mail selbst liegt weiter im Klartext vor und kann bspw. vom Provider gelesen werden und von Hackern geklaut werden.

Zehn Sekunden Theorie

Zur Erinnerung: Damit Ihr verschlüsselt kommunizieren könnt (sei es nun per Mail, als SMS, in Chats oder sonstwie), braucht Ihr einen digitalen Schlüssel (auch Zertifikat genannt), der aus einem öffentlichen und einem privaten/geheimen Teil besteht. Mit dem privaten Schlüssel werden Daten entschlüsselt und/oder signiert, mit dem öffentlichen Schlüssel wird verschlüsselt und/oder werden Signaturen prüft.

Lasst Euch von der Zahl der Screenshots in dieser Anleitung nicht abschrecken. Sie ist sehr detailliert, damit niemand versehentlich falsch abbiegt und die Lust am Verschlüsseln verliert. Zugleich setzt sie nichts voraus, verzichtet dafür aber an einigen Stellen auf die Beschreibung von Optionen. Die könnte Ihr selbst ausprobieren, erst einmal legen wir das Fundament. Weiterlesen

Müssen coole Bikes „Harley“ heißen?

Müssen coole Bikes "Harley" heißen? Foto: Jared Johnson @holidaycustoms.blogspot.com

Bei Costum-Bikes denkt man an Harleys mit fetten Reifen und gewittergrollenden Auspuffrohren. Doch schöne Bikes können auch ein paar Nummern schmaler sein, wie Jared Johnson aus Portland zeigt.

In der Costum-Szene geht es im Kern darum, Serienmotorräder durch Umbauten zu individualisieren, sowohl im Design, als auch in den Fahreigenschaften. Dabei gibt es zwei Grundrichtungen: schmal oder fett, wobei sich in der fetten Fraktion insbesondere Harley Davidson-Motorräder finden (leider auch finanziell).

Doch „fett“ ist nicht nur im Gesundheitswesen hinderlich. Wenn man sich manche der Big-Bikes mit extrabreiten Reifen und Fußrasten anschaut, die so tief liegen, dass sie in jeder flachen Kurve den Asphalt abhobeln (oder umgekehrt), dann weiß man als Biker, dass die Dinger eher zum Anschauen als zum Fahren gemacht sind.

Das Gegenstück dazu sind schmale Bikes. Grundlage sind oft Brot-und-Butter-Motorräder, in deren Gen-Pool man nicht auf den ersten Blick Schönheit und Abenteuerlust vermuten würde. Weiterlesen

Wie bestellt 007 seinen Kaviar? Verschlüsselt!

"Kaviar ist alle!" Wie bestellt James Bond 007 Nachschub bei Moneypenny? Verschlüsselt!

Erinnert Ihr Euch an den Bremer Polizisten, der seinen Sex-Chat mit einer Kollegin versehentlich an die Presse verteilte? Damit Eure Nachrichten (egal, ob erotisch oder nicht!) wirklich nur vom gewollten Empfänger gelesen werden können, solltet Ihr verschlüsseln. Das geht ganz leicht – 007Feeling inklusive. Warum es sinnvoll ist und wie das geht, erfahrt Ihr hier.

Unser Bremer Pechvogel ist ein Paradebeispiel für Murphys Gesetz: Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen. Eine Flirt-SMS an die falsche Handynummer, im E-Mail-Programm aus der Autovervollständigung in der Eile die Adresse des Chefs anklicken, versehentlich beim Weiterleiten einer E-Mail vertrauliche Informationen an Kunden oder Wettbewerber mitgesendet … und schon nimmt das Übel seinen Lauf.

Wäre die fehlgeleitete Nachricht verschlüsselt, so könntet Ihr Euch entspannt zurücklehnen, denn der unfreiwillige Empfänger sieht nur einen unlesbaren Mix aus Zahlen und Buchstaben. Glück gehabt!

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Faszinierend: Zeitungspapier vor 260 Jahren [Hamburg 1757]

Titelblatt der 128. Ausgabe der „Stats- u. Gelehrte Zeitung Des Hamburgischen unpartheisischen Correspondenten“ vom 13. August 1757, Ausschnitt

Habt Ihr heute schon Zeitung gelesen? Wie habt Ihr das gemacht? Auf Eurem Tablet, oder hattet Ihr dabei Papier in den Händen? Zeitungspapier ist heute langweilig und ohne haptisches Feedback, Touchscreens sowieso. In den Anfängen des Zeitungsdrucks sah das noch anders aus. Schauen wir uns Zeitungspapier an, wie es vor 260 Jahren war!

Es ist immer wieder faszinierend, alte Dokumente in den Händen zu halten, seien es Bücher, Urkunden oder Zeitungen. Irgendjemand hat dieses Papier vor hunderten Jahren als Gebrauchsgegenstand hergestellt, Geld dafür bezahlt, es berührt, darin gelesen, hat sich über die Inhalte gefreut oder ihretwegen geängstigt.

Titelblatt der 128. Ausgabe der „Stats- u. Gelehrte Zeitung Des Hamburgischen unpartheisischen Correspondenten“ vom 13. August 1757

Titelblatt der 128. Ausgabe der „Stats- u. Gelehrte Zeitung Des Hamburgischen unpartheisischen Correspondenten“ vom 13. August 1757

Am Sonnabend, dem 13. August 1757, erschien die 128. Ausgabe der „Stats-u. Gelehrte Zeitung Des Hamburgischen unpartheysischen Correspondenten“ mit einem Umfang von vier Seiten. Den Auftakt macht ein Bericht über preußische Truppenbewegungen unter Feldmarschall von Lehwaldt. Nur zwei Wochen später, am 30. August 1757, sollte es zur Schlacht zwischen Russland und Preußen bei Groß-Jägersdorf (zeitgenössische Quellen sprechen von Grossjägerndorf) kommen. Die Preußen waren zahlenmäßig weit unterlegen, griffen die Russen aber auf persönlichen Befehl von Friedrich II an – und wurden geschlagen. Wir befinden uns also in der Zeit des Siebenjährigen Krieges.

Das Papier ist rau und grob strukturiert. Europäisches Papier bestand damals aus Baumwoll-, Leinen-, Hanf- und Flachslumpen (Hadern), die von Lumpensammlern geliefert wurden. Im abgebildeten Exemplar erkennt man sogar deutlich Textilfäden unterschiedlicher Farben. Das Papier wurde handgeschöpft und für die Verwendung als Zeitungspapier nicht extra beschnitten, sondern so verwendet, wie es vom Schöpfsieb abgenommen wurde.

Zeitungen dieser Zeit waren Luxus. Eine Zeitung kostete ungefähr den Gegenwert des Wochenlohnes eines Handwerkers.

Titelblatt der 128. Ausgabe der „Stats- u. Gelehrte Zeitung Des Hamburgischen unpartheisischen Correspondenten“ vom 13. August 1757

Titelblatt der 128. Ausgabe der „Stats- u. Gelehrte Zeitung Des Hamburgischen unpartheisischen Correspondenten“ vom 13. August 1757

Made by Hand #1 The Cigar Shop – So will ich auch arbeiten [nur ohne den Qualm]

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Made by Hand lässt Menschen davon erzählen, wie sie mit ihren Händen arbeiten – unaufgeregt wird über das Produkt und seine Herstellung sowie darüber berichtet, wie sie zu dieser Arbeit kamen und was sie antreibt. Der entspannte Erzählstil, die Visualisierung in Schwarz-Weiß und die Tatsache, dass kaum moderne Maschinen zu sehen sind, vermitteln dem Zuschauer ein klein wenig das Gefühl, eine Zeitreise zu unternehmen. Prädikat: Sehenswert!

Made by Hand ist ein Projekt von Keith Ehrlich und seinem kleinen Filmstudio Bureau Of Common Goods (bureauofcommongoods.com) aus Brooklyn (New York). In der Reihe geht es ausschließlich um Handarbeit: Zigarren werden gerollt (The Cigar Shop), Messer geschmiedet (The Knife Maker), Bienen gezüchtet, Gin destilliert (The Destiller), Fahrräder gebaut (The Bike Maker).

 

Keith beschreibt die Idee der Serie so:

A short film series celebrating the people who make things by hand — sustainably, locally, and with a love for their craft
Eine Kurzfilmreihe, die Menschen feiert, die Dinge von Hand machen – nachhaltig, lokal und mit Liebe für ihr Handwerk

Ob es sich bei Made by Hand um kommerzielle Produkte handelt, lässt sich nicht erkennen. Aber das ist auch egal. Das Anschauen macht Spaß und man kann mit Sicherheit noch etwas lernen. Was auch dem Credo der Firma entspricht:

… We tell stories and create experiences (mostly with film) that both educate and inspire.
Wir erzählen Geschichten und vermittel Erfahrungen (meistens über Film), die sowohl bild als auch inspirieren.

Vorhang auf!